Xylit und Zähne

Über die antikriogene Wirkung von Xylit

Xylit (auch Xylitol, umgangssprachlich auch Birkenzucker genannt) ist ein Zuckeraustausstoff, der aus natürlichen pflanzlichen Rohstoffen wie Birkenrinde oder Mais gewonnen wird. Xylit sieht aus und schmeckt wie weißer Zucker und ist praktisch genauso süß. Die große Besonderheit an Xylit ist seine in verschiedenen klinischen Studien nachgewiesene antikariogene Wirkung.

Dabei läuft folgendes ab: Jedes Mal, wenn wir etwas Zuckerhaltiges essen, bleiben Speisereste an unseren Zähnen kleben. Bestimmte Bakterien, die dort sitzen, verwandeln den Zucker in aggressive Milchsäure. Dadurch wird der pH-Wert im Mund in Richtung saurer Bereich verschoben, was den Zahnschmelz angreifen und Kalzium aus ihm herauslösen kann. Und dadurch kann schließlich Zahnkaries entstehen.

Doch wenn Xylit im Mundraum zirkuliert, wird verhindert, dass die Bakterien im Mund den Zucker aus den Speien zu Säure verwandeln. Denn Xylit selbst kann von den Bakterien nicht als Energiequelle genutzt werden, wodurch die Mikroben verhungern. Dadurch bleiben die Zähne verschont.

Und so haben zahlreiche Studien gezeigt: Sowohl kurzfristig, vor allem aber langfristig und regelmäßig angewendet, kann Xylit die Menge an kariesverursachenden Bakterien im Mund reduzieren. Xylit wird daher allgemein als „nichtkariogen“ teilweise sogar als „antikariogen“ eingestuft. Daher kann es nach Meinung von Experten zum Beispiel für Menschen mit erhöhtem Kariesrisiko sinnvoll sein, regelmäßig Xylit zu sich zu nehmen.

Xylit auch für Diabetiker geeignet
Weil Xylit 40 Prozent weniger Kalorien als Zucker enthält, und der Körper es ohne Insulin verstoffwechselt, ist es auch für Diabetiker geeignet. Da es kaum Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat, ist es bei Diabetikern besonders beliebt.

Historie von Xylit
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde Xylit von dem deutschen Chemieprofessor und späteren Nobelpreisträger Emil Fischer entdeckt. Aber erst während des 2. Weltkrieges erlangte es große Bekanntheit, als es in Skandinavien aufgrund einer Zuckerknappheit als Ersatz verwendet wurde. Auf die großen Vorteile wurde man in den 1970er-Jahren aufmerksam, als die „Turku-Zuckerstudien“ die zahnfreundliche Wirkung des Zuckeraustausstoffes belegten. Nach und nach entdeckte man zahlreiche weitere positive Effekte.

Xylit kommt in der Natur übrigens nicht nur in Birken- und Buchenrinde, sondern auch in verschiedenen Gemüse- und Obstsorten vor. Der menschliche Körper synthetisiert in der Leber täglich etwa 15 Gramm.

Quellen
– Kauko K. Mäkinen. Der Einsatz von Xylit in der Kariesprophylaxe, praxisVerlag.de, 2003
Xylit, Wikipedia
Was ist Xylit?, Birkengold.com
Xylit – das süße Wunder?, SWR Odysso, 9. Okt. 2014

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